Aufzeichnungen eines Zerstörten.


Obsessionen des Sexuellen. Androiden bevölkern die Insel eines Staates, der von den Menschen für die nichtstete Minderheit eines sozial verkommenen Blinden errichtet wurde.

Ist es nun so, dass wir in einer Blase leben, die im Vakuum ein Vakuum erzeugt? Ja. Was auch immer das bedeutet: jemand muss es sagen, jemand muss die Menschheit darüber informieren, dass ein Platzen eben dieser Blase dazu führen wird, dass alles, was uns das andere – äußere – Nichts bedeutet, nichts mehr bedeuten kann,  weil es aufhört, zu existieren.

Die durch das Zerfallen eben dieser Blase zerstreute Nichtigkeit des Nichts führt unweigerlich ins dunkel: Sinn und Inhalt werden sich unserer bemächtigen, werden uns zwingen zu Zweifeln, zu denken, zu existieren. Niemand kann in der stetig herrschenden Unfreiheit verlangen, eben diese gegen Freiheit auszutauschen. Wir, die wir Schatten sind, können ohne Licht zwar nicht leben, aber wir können ebenso wenig im Licht leben, weil wir hinter der Mauer der Bedeutung stehen. Wir sind nicht Schatten des Lichtes, sondern der Bedeutung. Wir wandeln gesteuert von der Leere innerhalb der Leere den Raum ab. Zerfällt irgendwann dieser Raum in Zerstreuung, verlieren wir jeglichen Schutz vor dem Licht, und enden in Bedeutungslosigkeit.

Wir fressen uns dorthin, wir nagen an der dünnen zarten Wand, dieser perfekten Schönheit: Unsere Zähne beißen und ziehen an ihren Lippen, die schon brüchig sind, spröde: Sie wird platzen und wir werden uns in Bedeutung verlieren, weil diese zarte Weiblichkeit zerfällt. Mir ist so dunkel ohne dich.

Das war sie, diese perfekte Psychose. Wirre Gedanken schießen gezielt ins ziellose und treiben mich in diese Erlösung, die da Wahnsinn heißt. Was ist das schon, ein Leben, das mich ständig nach dir fragt? Ich weiß nicht mehr, wohin ich meine Gedanken flüchten mache, flüchten vor dir. Es kommt mir vor, als würde ich mit dir reden, doch du bist nicht da, ich bin es, der mit mir redet, sie hören zu, sie reden mit oder sprechen zu mir, aber das bin auch ich, weil es aus mir kommt. Ich kann nicht schweigen ohne dich.

Ich kann nicht essen, nicht schlafen noch weinen oder einen klaren Gedanken fassen. Der Kreis, in dem ich mich besinnungslos drehe, wird immer kleiner und findet seinen Mittelpunkt in allem, was lange vergangen. Ich verlasse mich, entferne mich im Quadrat zur zurück gelegten Strecke von mir selber und glaube: Das ist Sie, die Quadratur des Kreises.

Und genau das ist sie: diese Blase, die nichts als leer ist. Es heißt, das Herzen leise brechen, wie dünnes Glas zerspringen, und diese tausend Splitter treiben sich tief in meine Brust, fast bin ich ohnmächtig vor Schmerz, dann wieder rasend, als klopften diese Splitter noch unerbittlicher als ein ganzes Herz. Die Aussicht vom höchsten Punkt des Scheiterns ist so unglaublich, dass alles in mir schwindelt.

Dann ein Schnitt: Nahaufnahme des Auges. Keine Trauer im Blick, noch sonst irgendeine Gefühlsregung, nur glasig. Tränen, die fließen oder rinnen, ich weiß nicht, wie man das sagt: Sie kullern mir die Wange hinunter, ohne dass sie eine Spur hinterlassen, der Boden und meine Hose werden nass und nasser, nichts bleibt davon, nichts. Nur die Stimmen, laut und lauter, alles ist so leer, so unglaublich leer.

Wir haben uns geküsst, gebissen, ich habe dir die Luft abgedrückt, als ich in dich eindrang, da war mir schwindlig; das Lacken war schon nass nach kurzer Zeit. Unsere Blicken, die sich trafen, dazu die Musik und der Gedanke: Das ist es. Die Schläge, mal leicht, mal nicht und deine Fingernägel, die nicht mehr nur kratzten sondern rissen, als wären es Zähne die viel tiefer ins Fleisch schneiden. Der Moment und die Stille darin, der letzte Kuss bevor dieses perfide Spiel von Hormonen und Urinstinkten beendet ist. Die Lügen, die uns vielleicht am Leben gehalten haben, wenigstens aber aneinander. Von denen du wusstest und ich, oder von denen ich wusste und du. Das Vertrauen, dass immer da war und nie.

Danach kam nur das Mitleid, ausgekotzt und hingesabbert: Was denkt ihr euch? Soll ich das fressen? Und daran ersticken? Ich weiß nicht, ob ich mich mehr hasse, als diese ganzen Menschen, die mir etwas bedeuten, oder denen wenigstens ich etwas bedeute, und mir ist das egal. Meine Augen brennen, mir ist so dunkel, so dunkel, die Tränen frieren und ersticken im Nichts.

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Aufzeichnungen eines Zerstörten.

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  2. derreviewer

    derReviewer findet: Harter Text und Respekt!

    http://derreviewer.wordpress.com

  3. Sehr gut geschrieben, wirklich sehr, sehr gut!

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