Was ich mir wünsche.


In einem Spiegel liegt ein kleiner Funken.
Er fühlt sich so allein in dieser glatten Welt.
Manchmal, da weint er leise in die Stille,
und wartet, bis ein Stern vom Himmel fällt.

Daneben liegt, in rotes Licht gehüllt,
ein Staubkorn und es sieht mich fragend an.
Ob ich denn wüsste, wo die andern sind?
Ob ich ihn nicht aus dieser Kälte tragen kann?

Dann kommt ein Windhauch, weht ihn fort,
und bläst mir blass in mein Gesicht.
Die Wahrheit starrt mir tief in meine Augen.
Und sieht mich in der tiefe nicht.

Mir ist, als ginge jeder Halt verloren,
als stünde ich allein im Spiegel dieser Welt,
als wäre ich der kleine Funken,
der wartet, bis ein Stern vom Himmel fällt.

(Du stehst vor diesem Spiegel,
du blickst und suchst nach dir.
Ich wünsche dir, dass du dich findest.
Dass du dich findest, wünsch ich mir.)

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2 Kommentare

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2 Antworten zu “Was ich mir wünsche.

  1. Hoitzenplotz

    wundersam! sprachlich und handwerklich perfekt! goethe hätte nur darum gebeten, die letzte strophe wegzulassen… weiter schreiben! danke!

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